Wie die Altertümerverwaltung in Kairo mitteilte, sind unter den Figuren, die aus Kalkstein, Bronze und Keramik gefertigt wurden, auffallend viele Katzendarstellungen. Daher nehmen die Forscher an, dass der Tempel der Katzen-Göttin Bastet geweiht gewesen sein dürfte. Zu den Statuen gehöre auch die Granit-Figur eines hohen Beamten am Hof von Ptolemäus IV., die eine Inschrift in griechischer Sprache trägt.

Eine der in Alexandria entdeckten Bastet-Figuren.
Berenike II. war eine Tochter des mazedonischen Königs Magas von Kyrene im heutigen Libyen. Ihr Vater wollte sie mit Ptolemäos III. vermählen. Nach dem Tod des Vaters entschied ihre Mutter, Königin Apama, aber, dass sie den mazedonischen Prinzen Demetrios heiraten sollte. Doch Demetrios, der den Beinamen "der Schöne" trug, wurde noch bevor er mit Berenike Kinder zeugen konnte, Opfer einer Palastintrige: Berenike ließ ihn umbringen. Gemäß der Überlieferung starb er im Schlafzimmer Apamas, deren Geliebter er geworden war. Schließlich heiratete Berenike doch noch Ptolemäos III., in dessen Herrschaftszeit in Ägypten mehrere Tempel errichtet wurden.

Bastet wurde von den Ägyptern unter anderem als Göttin der Fruchtbarkeit und Beschützerin von Schwangeren verehrt.
Der Berenike gewidmete Tempel in Alexandria war nach Angaben der Archäologen 60 Meter lang und 15 Meter breit. Vom Gebäude sei nicht mehr allzu viel erhalten, weil viele seiner Steinquader später für andere Bauten benutzt worden seien.
Das Leben von Berenike II. fand ein dramatisches Ende. Ihr ältesten Sohnes Ptolemäos IV., der seine Schwester Arsinoe III. heiratete und Anspruch auf die Thronfolge erhob, ließ seine Mutter und weitere Angehörige der Königsfamilie durch seinen skrupellosen Berater Sosibios umbringen. (red/APA)
Quelle: derStandard.at
