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Forum Boarium
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Geschichte des Forum Boarium
Das Forum Boarium war einer der bedeutendsten und ältesten Marktplätze Roms. Funde von griechischen Gefäßen aus dem 8.Jrh. v.Chr. lassen vermuten, daß hier schon vor der Stadtgründung Roms ein Ara Maxima (Altar) des Hercules als Schutzheiligtum für eiin Lagerhaus bestand. Hier trafen sich wahrscheinlich griechische und einheimische Händler um unter den Schutz des Halbgottes Handel zu treiben. Der Name des Forum, welches direkt an den Ufern des Tiber liegt, leitet sich vom lateinischen "bos", was soviel wie Rind, Ochse oder Kuh bedeutet, ab. Daher kann man davon ausgehen, daß es sich bei diesem Marktplatz um einen Viehmarkt gehandelt haben wird (zumindest in der Anfangszeit). Ohne besondere Räumlichkeiten kam man hier unter freiem Himmel zusammen. Die erste Bautätigkeit gab es auf diesem Gelände unter den etruskischen Königen. In der Zeit der Republik wurde dieser Verkehrs- und Handelsknotenpunkt (in der Nähe befand sich der alte Tiberhafen Portus Tiberinus) weiter ausgebaut. Verstärkt wurde die rege Bautätigkeit durch die starken Brände von 213 und 192 v.Chr. hier und im benachbarten Gebiet. Nachdem der Tiber in den Jahren 202, 193, 192 und 189 v.Chr. mehrmals über die Ufer getreten war, wurde eine Befestigung des Tiberufer immer dringlicher. Die Arbeiten dazu wurden vor allem von den Censoren des Jahres 179 v.Chr. vorangetrieben. Die größte bauliche Veränderung in der Kaiserzeit hier bestand in der Auflösung des alten Flußhafens. An dessen Stelle traten einige Lagerhäuser aus Ziegelmauerwerk. Vor allem durch die Errichtung des neuen künstlichen Hafenbeckens in Fiumicino durch Kaiser Claudius und Trajan verlor das Forum Boarium seine ehemalige Bedeutung als Handels- und Marktplatz.

Neben dem bereits erwähnten Hercules-Altar gab es auf dem Forum Boarium eine zweite Kultstätte für den sogenannten tönernen Hercules (die Bezeichnung stammte vom Material der Statue). Noch im 15. Jh. stand ein Herculestempel auf dem Forum Boarium in einigermassen passablem Zustand. Das Gebäude wurde 142 v.Chr. im Amtsjahr der Censoren Lucius Mummius und Scipio Aemilanus in der Form eines Rundtempel etruskischen Stils mit Säulenumgang eingeweiht. Ebenfalls auf dem Forum steht heute noch ein Rundtempel des Gottes mit korinthischen Säulen, der sogenannte Tempel des Hercules Victor sowie der Tempel des Portunus.
 
Tempel des Hercules Victor

Der Rundtempel mit dem Tempel des Portunus im Hintergrund


Nochmal in voller Pracht


Prachtvoller Rundtempel mit korinthischen Marmorsäulen
 

Der Rundtempel war dem Hercules Victor geweiht. Seine Errichtung geschah auf Initiative des Kaufmanns M. Octavius Herrenus am Endes des 2. Jrh. v.Chr. Damit ist der Rundtempel mit seinen 20 korinthischen Säulen aus Marmor der älteste noch erhaltene Marmorbau des antiken Rom. Er steht auf einem Sockel mit flachen Stufen. Die Cella im Inneren ist durch eine große Tür auf der Ostseite des Tempel begehbar. Der Oberbau des Tempel ist leider vom Architrav an verloren gegangen. Der Architekt des Tempel war sicher ein Grieche, man vermutet, daß es Hermodoros, ein griechischen Architekt aus Salamina, gewesen sein könnte. Dieser Tempel ist heute so gut erhalten, weil er im Mittelalter in eine Kirche umgewandelt wurde.


[74] Rekonstruktionszeichnung des Rundtempel auf dem Forum

Der prachtvolle Bau ist ein eindrucksvoller Beweis für die wirtschaftliche Macht der römischen Kaufleute des ausgehenden 2.Jrh. v.Chr.

 
Tempel des Portunus 

Der Tempel in seiner vollen Pracht

Das Tempelpodium im Detail

Rückansicht

Der Tempel war dem Gott der Häfen und Anlegestellen Portunus geweiht. Aus Überlieferungen weiß man, daß er sich ganz in der Nähe des Pons Aemilius befand. Er wurde auf einer großen Terasse errichtet, die bei Befestigungsarbeiten am Tiber zu Beginn des 2.Jrh. v.Chr. angelegt wurde. Der Tempel in seiner heutigen Form stammt wohl aus der 2.Hälfte des 2.Jrh. v.Chr.  Die ersten nachweislichen Ausbesserungen am Tempel stammen aus dem 1.Jrh. v.Chr. 
 

Die nicht minder attraktive "Kehrseite"
 

Das Tempelpodium wurde aus Stampflehmmauerwerk erstellt und mit Platten aus Travertin verkleidet. Von seiner Form her ist er ein sogenannter Pseudoperipteros mit vier Säulen an der Stirnseite und dahinter zwei freistehenden Säulen. An den Seiten finden wir jeweils fünf und hinter vier Halbsäulen. Der ganze Bau war wahrscheinlich mit Stuck überzogen wie auch der Fries aus Stuck gefertigt war.
 

 
Argentarier-Bogen 

[75] Architravbau zu Ehren der Kaiserfamilie

 

 


[75] Inschrift auf dem Architrav

Das Monument ist kein Bogen im eigentlichen Sinne, denn es handelt sich um einen Architravbau, der aus den drei typischen Grundelementen, dem Architrav und den zwei Standpfeilern besteht. Die Inschrift auf dem Architrav erinnert an den Kaiser Septimius Severus (193-211), seine Frau Julia Domna und deren zwei Söhne Caracalla and Geta und bezeichnet das Jahr 204 n.Chr. als Fertigstellungsjahr. Er könnte ein nachträgliches Geschenk oder eine Ehrung zum 10.Regierungsjahr des Kaisers sein. Nach dem Tod seines Vaters zerstritten sich die Söhne und Caracalla tötete seinen jüngeren Bruder. Überall in Rom wurde daraufhin der Name "Geta" systematisch entfernt, so auch hier. Auf der Innenseite des Bogens waren ursprünglich beide Cesaren abgebildet, aber das Bildnis des Geta auf der linken Innenseite wurde zerstört.
 


[75] Der Kaiser Septimius Serverus und seine Frau Julia Domna

[75] Caracalla und das entfernte Bildnis des Geta
Bogen des Janus
Bei dem großen vierseitigen Bogen handelt es sich um einen Ehrenbogen, wahrscheinlich um den Arcus Constantini. Er stand an der äußersten Ostseite des Forum boarium über einem Arm der Cloaca Maxima. Das Denkmal besteht aus Stamplehmmauerwerk und ist außen mit Marmor verkleidet. Im Inneren befindet sich ein KreuzgewölbeIn den Außenseiten jedes Pfeilers befinden sich je zwei reihen runder Nischen, in denen früher Statuen standen. Fragmente der Weihinschrift befinden sich heute in der Kirche S.Giorgio in Velabro (teils in der Fassade unter dem Portikus, teils in Innenraum) Dort wird über einen Kaiser berichtet, der einen Tyrannen besiegte. Somit war der Bogen entweder Kaiser Konstantin direkt oder Kaiser Constantius II. gewidmet.
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