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| Obwohl
vom Großen Palast (auch "Der Kaiserpalast" oder "Der
Heilige Kaiserliche Palast" genannt) fast nichts erhalten
geblieben ist, war er einst der größte städtische Gebäudekomplex
von Konstantinopel. Als Erbauer des Palastes betrachtet man heute
Kaiser Theodosius II (408-450). Zu Beginn war der Palast ziemlich
klein und befand sich auf der Anhöhe neben dem Hippodrom. Der
Kaiser konnte von hier aus mühelos zu seiner Privatloge im
Hippodrom gelangen und sich die Wagenrennen anschauen. Der Palast
gewährte ihm auch Schutz, wenn in der Stadt Unruhen herrschten. Der
Große Palast wurde dann im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnten
schrittweise ausgebaut und verschluckte nach und nach die an den
bewaldeten Hängen gebauten Villen der reichen Bürger, bis er
schließlich das Marmarameer erreichte. |
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Im
Jahre 409 nach Chr. untersagte Theodosius II die Errichtung von
Privatbauten im Palastgebiet. Der so genannte Bukoleonpalast, dessen
Reste auch heute noch zu sehen sind, bildete den Zugang zum Meer.
Die kaiserlichen Barken und Segelschiffe legten des öfteren am Kai
des Bukoleonpalastes an. Die Kinder der kaiserlichen Familie kamen
in einem besonderen Zimmer des Großen Palastes zur Welt. Die Wände
dieses Zimmers waren mit Porphyrmarmor verkleidet und infolgedessen
wurde den Neugeborenen der Titel "Porphyrogenetos" oder
"in Purpur geboren" verliehen. |
| Die
Mauern des Großen Palastes müssen eine Gesamtfläche von 100.000 m2
umgeben haben. Ein großer Vorraum auf der Seite des Augusteums
bildete den Eingang. Dieser Säulengang war nach der Mutter
Konstantin des Großen, Augusta Helen benannt. Weil die Decke und
die Türen dieses Einganges aus vergoldeter Bronze waren, wurde er
auch "Chalke" oder "Der Eherne Eingang" genannt.
Die verschiedenen Bauten des Großen Palastes waren hinter diesem
Eingang zwischen den Bäumen des Terrassengeländes verstreut. |
| Wie
andere Bauten dieser Region erlitt auch der Große Palast während
des Nika-Aufstandes (532) großen Schaden und musste von Justinian
dem Großen (537-65) wieder aufgebaut werden. Auch die Nachfolger
Justinians, nämlich Justin II (565-78), Konstantin V (711-75),
Teophilos (829-42), Basileios I (867-86), Leon IV (886-912) und
Konstantin VII 915-54) haben die Bauten des Großen Palastes
entweder renovieren oder ausbauen lassen. Nach dem 10. Jahrhundert
wurde der Palast immer seltener benutzt, da die späteren
byzantinischen Herrscher aus Kostengründen kleinere Palais wie den
Blachernenpalast vorzogen. Um 1150 begann der allmähliche Abbau des
Palastbezirkes. Gegen Ende des Reiches war das Gelände dann völlig
vernachlässigt. |
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